Aktuelles

| agrarANTRIEB geht auf den BDOel e.V. über
Quelle: pixelio, Gerd Altmann
Quelle: pixelio, Gerd Altmann

Motortechnik

Die Motortechnik wird direkt vom Traktorhersteller geliefert. Dadurch wird eine ausgereifte Technik, fachgerechter Service und im Falle eines Falles die gewohnte Garantieabwicklung aus einer Hand gewährleistet. John Deere, Deutz-Fahr und Fendt haben bereits vorgemacht, dass solche Produkte marktfähig entwickelt werden können. Dem breiten Einsatz steht nicht etwa die fehlende Motorentechnik im Weg, sondern "nur" die noch fehlende Wirtschaftlichkeit.

Grundlage für das Angebot der Serienhersteller ist eine genormte und abgesicherte Kraftstoffqualität. Nur wenn eine Mindestqualität sicher und nachweisbar eingehalten wird, kann ein Serienhersteller Garantien für Fahrzeug und Motor geben. Mit der DIN 51605 ist die Grundlage dafür da !

Eine Nachrüstung durch kleine Werkstatt- und Entwicklungsbetriebe ist - wenn überhaupt - nur für begrenzte Übergangszeiträume sinnvoll, bis es ausreichende Serienangebote der Hersteller gibt. Eine sicher funktionierende Technik, kompetenter vor Ort Service und professionelle Gewährleistungsabwicklung sind bei solchen Nachrüst-Lösungen leider nicht garantiert. Trotzdem kann so eine Lösung Sinn machen, z.B. weil die Pflanzenöltauglichkeit eines Gebraucht-Traktors hergestellt werden soll, aber kein Neufahrzeugkauf ansteht.

Weiterführende Links:

Motoranpassung / Ergebnisse des 100-Traktoren-Programms des BMELV, FNR e.V.

Pressemitteilung des TFZ Straubing: Vorstellung Pflanzenöltraktoren im Bay. Landwirtschaftsministerium, 7. Juli 2009

Pressemitteilung des TFZ Straubing: 5000 Stunden störungsfrei und umweltfreundlich mit Rapsölkraftstoff, 12.10.2011

Bildquelle: pixelio, Oliver Mohr
Quelle: pixelio, Oliver Mohr

Landwirtschaft

Der bundesweit durchschnittliche Kraftstoffverbrauch in der Landwirtschaft liegt bei ca. 100 Litern pro Hektar (KTBL). Das sind auf die gesamte Landwirtschaft Deutschlands bezogen weniger als 2 Mio. Tonnen pro Jahr. Da die Menge der bewirtschafteten Flächen langfristig konstant ist, wird sich daran in den nächsten Jahren nur wenig ändern.

Aufgrund des speziellen Anforderungsprofils an landwirtschaftliche Maschinen sind in Sachen Motorentechnik in den nächsten Jahrzehnten ebenso keine grundsätzlichen Änderungen zu erwarten und man wird weiterhin auf die Technik der Verbrennungsmotoren angewiesen sein. So wird die Frage, wie bei immer knapper werdenden fossilen Rohstoffen eine zukunftssichere Energieversorgung der heimischen Landwirtschaft gewährleistet werden kann, zukünftig immer mehr in den Vordergrund treten.

Die für die Landwirtschaft nahe liegendste Antwort auf diese Frage ist die Versorgung mit eigens erzeugtem Kraftstoff. Bei einer durchschnittlichen Rapserntemenge von 4 Tonnen pro Hektar entspricht die Ölausbeute ca. 1.200 Liter pro Hektar. Bei den oben angegebenen Werten bedeutet dies, dass ein Landwirt weniger als 10% seiner Fläche benötigt, um hinsichtlich der Kraftstoffversorgung seines Hofes völlig autark zu sein. 

Manche befürchten durch den vermehrten Anbau von Raps negative Auswirkungen auf die Biodiversität. Dagegen spricht aber die Selbstunverträglichkeit von Raps. Raps kann nur alle 4 Jahre auf den gleichen Flächen angebaut werden. Reine Raps-Monokulturen kann es also im Gegensatz zu anderen Ackerfrüchten nicht geben. Darüber hinaus besitzt Raps einen hohen Vorfruchtwert und lockert durch sein tiefes Wurzelwerk den Boden. Deshalb ist Raps in Fruchtfolgen mit flachwurzelnden Kulturfrüchten (wie Getreide und Mais) sinnvoll und oft auch notwendig. Daneben darf man auch seine positiven Eigenschaften als Blühpflanze und Bienenweide nicht außer Acht lassen.

Das Konzept agrarANTRIEB ist ebenso auf den ökologischen Landbau übertragbar. So finden beispielsweise bereits seit vielen Jahren wissenschaftliche und praktische Untersuchungen statt, die belegen, dass beim Mischfruchtanbau in ökologischer Landwirtschaft – sofern Ölsaaten in 100% der Anbauflächen eingebracht werden – die gleiche Ölmenge wie im konventionellen Nutzungskonzept mit Raps-Reinanbau auf 10% der landwirtschaftlichen Anbaufläche realisierbar wäre. Das Konzept ist also in jedem Fall stimmig und für beide Bewirtschaftungssysteme interessant.

Weiterführende Links: 

Interessengemeinschaft Mischfruchtanbau

"Anbau von Mischkulturen mit Ölpflanzen" (aus Infoportal www.oekolandbau.de)

Alternative Text
Quelle: Marianne J. / Pixelio

Potenziale

Wieviel landwirtschafliche Fläche benötigt man weltweit für die Deckung des weltweiten Kraftstoffbedarfs? Das ist eine der zentralen Fragen in der Biokraftstoffdiskussion.

Der deutsche Bauernverband hat dazu festgestellt, dass heute (2012) weltweit erst 3 % der bestehenden Ackerflächen für den Energiepflanzenanbau genutzt werden (Artikel hier). Man kann der Meinung sein, dass 3% recht wenig ist. Anderseits wird mit diesem 3 % Flächenanteil erst ein kleiner Bruchteil des weltweiten Kraftstoffbedarfs  gedeckt.

Es stellt sich die Frage, wo die Reise hingehen soll: 3 % Ackerfläche für vielleicht 3 % Energiebedarfsdeckung bedeutet auch: 100 % Ackerfläche für 100 % Energiebedarfsdeckung.

Dass diese Zielsetzung nicht funktionieren kann, ist offensichtlich. Aus diesem Grund ist eine Diskussion darüber nötig, welche Nischenmärkte mit flüssigen Biokraftstoffen langfristig versorgt werden können und sollen. Über diese Grundsatzfrage der Biokraftstoffnutzung streiten sich seit Jahren die Experten in der Teller-Tank- und in der iLUC-Diskussion.

Unser Lösungsansatz: Sinnvolle, definierte und limitierte Nischenmärkte suchen und finden. Was liegt hier näher als der landwirtschaftliche Eigenverbrauch? Mit durchschnittlich weniger als 10 % Ackerflächenanteil kann der Landwirt seinen eigenen Energiebedarf decken.

Ein Beispiel für regionale Wertschöpfung und Energieautarkie ist die Modellregion Jühnde, die rings um das Gemeindegebiet Flächen zur Nahrungsmittel- und Energieproduktion bewirtschaftet.

 

Weiterführende Links:

Beispiel Modellregion Jühnde

Ölpresse Keller
Quelle: Egon Keller GmbH &Co.KG

Ölgewinnung / Presstechnik

Zur dezentralen Herstellung kaltgepressten Pflanzenöls sind nur wenige, technisch sehr einfache Verfahrensschritte erforderlich. Nach der Ernte wird die Saat gereinigt, getrocknet und in dezentralen Ölmühlen gepresst. Anschließend durchläuft das gewonnene Pflanzenöl eine Filtration und die Pressrückstände - der eiweißreiche Ölkuchen - wird als wertvolles Viehfutter wieder von den Landwirten abgeholt.

Die wohl ausführlichsten Untersuchungen zur Ölgewinnung und Presstechnik liegen vom Projektpartner TFZ (Technologie- und Förderzentrum Straubing) vor: "Bei der dezentralen Ölgewinnung werden durch schonende Ölsaatenverarbeitung sogenannte kaltgepresste Pflanzenöle hergestellt. In Deutschland handelt es sich dabei in erster Linie um Rapsöl." Es gibt aber weltweit viele tausend Ölpflanzen, die theoretisch als Kraftstoff genutzt werden können. Derzeit ist jedoch der Einsatz von Rapsöl als Kraftstoff am besten erforscht und erprobt. Die Qualitätsanforderungen an Rapsölkraftstoff sind in DIN 51605 geregelt. 

Ein verlässlicher Betrieb von Verbrennungsmotoren ist nur möglich, wenn wichtige Eigenschaften und Inhaltsstoffe des Kraftstoffs definiert sind. Diese müssen in ihrer Schwankungsbreite bestimmte Grenzen einhalten, andernfalls können keine Garantie und Gewährleistung für einen sicheren Motorenbetrieb oder die Einhaltung bestimmter Emissionsgrenzwerte gegeben werden.

Die Rapssaatenverarbeitung sollte schonend erfolgen, um den Übergang unerwünschter Fettbegleitstoffe in das Öl möglichst zu unterbinden. Durch die Betriebsweise der Ölpresse wird der Gehalt an Phosphor, Calcium und Magnesium beeinflusst. Mit steigendem Energieeintrag (Wärme) in die Saat bei der Ölpressung (Saatvorwärmung, Reibung und Druck in der Ölpresse, Saat-/Ölverweilzeit in der Presse) nimmt der Gehalt dieser Elemente im Öl zu." 

Detaillierte Ausführungen zu den technischen Verfahrensschritten der dezentralen Ölgewinnung finden Sie unter: www.tfz.bayern.de

Aktuelle Informationen zur momentanen Situation der dezentralen Ölmühlen gibt es unter folgendem Link: Status quo der dezentralen Ölgewinnung

 

Weiterführende Links:

Berichte und Studien aus dem TFZ (Downloads - Biogene Kraft, Schmier- und Verfahrensstoffe

FNR-Broschüre - Herstellung von Rapsöl in dezentralen Ölgewinnungsanlagen

Bildquelle: pixelio, Gerd Altmann
Quelle: pixelio, Gerd Altmann

Besteuerung

Die Rahmenbedingungen für Biokraftstoffe, wie z.B. die Besteuerung, sind durch europäische (EU-) Richtlinien und nationale Gesetze und Verordnungen geregelt. Die EU gibt dabei den für alle EU-Staaten verbindlichen Rahmen vor. Die einzelnen Mitgliedstaaten müssen dafür sorgen, dass dieser Rahmen durch nationale Regelungen eingehalten wird.

In Deutschland hat sich in den letzten Jahren die Steuersystematik grundlegend geändert. Seit 2006 werden die zuvor steuerbefreiten Bio-Reinkraftstoffe wie Pflanzenöl und Biodiesel mit nach und nach steigenden Steuersätzen besteuert. Ab 2013 wird dann der volle Mineralösteuersatz von 47 Cent pro Liter fällig. Diese politisch umstrittene Maßnahme wurde in einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts bestätigt. ABER keine Regel ohne Ausnahme: Landwirtschaftlich genutzte Biokraftstoffe sind von der Besteuerung ausgenommen und nach wie vor unbefristet steuerbefreit.

Die Besteuerung von Energieprodukten ist in Deutschland im Energiesteuergesetz geregelt. Die Steuerentlastung der Biokraftstoffe ist in §50 EnergieStG behandelt. Der Sonderfall der steuerbefreiten landwirtschaftlich genutzten Biokraftstoffe ist in §57 EnergieStG geregelt.

Als "Ersatz" für den weggefallenen steuerlichen Vorteil wurde eine sogenannte "Quotenregelung" eingeführt. Darin wird die deutsche Mineralöwirtschaft verpflichtet, Biokraftstoffe in bestimmten festgelegten Quoten in Verkehr zu bringen und zwar in einem %-Verhältnis zum verkauften Mineralölkraftstoff. Auf dieser Grundlage wird heute in Diesel 7 % Biodiesel (B7-Kraftstoff) und in Benzin 10 % Bioethanol (E10-Kraftstoff) beigemischt und an den Tankstellen verkauft. Die gesetzliche Grundlage für diese Beimischpflicht steht im Bundesimissionsschutzgesetz. In §37a BImSchG ist dabei die zu erfüllende Quotenmenge geregelt, in §37c BImSchG die Höhe der Strafe (Pönale), die Mineralölfirmen zu zahlen haben, wenn sie diese Quote nicht erfüllen.

Die Quote gilt als erfüllt, wenn die verkaufte Biokraftstoffmenge eine festgelegte %-Zahl der verkauften fossilen Kraftstoffe erreicht. Bis 2014 ist die Bezugsgröße der Berechnung der Energieinhalt der Kraftstoffe. Ab 1.1.2015 ist die Bezugsgröße die durch Biokraftstoffe erzielte CO2-Einsparung - ab dann muss also nachgewiesen werden, dass die Biokraftstoffe auch unter ökologischen Aspekten nachhaltig erzeugt worden sind.

Das Prinzip von agrarANTRIEB geht über die Idee des derzeit geltenden und politisch umstrittenen Quotenkonzepts hinaus. Es geht um die Nutzung von Reinkraftstoffen in Landmaschinen - soll also die Versorgung der landwirtschaftlichen Urproduktion mit Energie sicherstellen. Hierbei gilt zunächst die Steuerbefreiung nach §57 EnergieStG. Dass die dezentrale Nutzung von regional erzeugten Biokraftstoffen in Nischenmärkten im Vergleich zu großen Mengen an Import-Biokraftstoffen v.a. in Fragen des Flächenverbrauchs große ökologische Vorteile aufweist, ist politisch unbestritten. Eine langfristig nachhaltige Versorgung von Nischenmärkten ist damit sichergestellt und die dauerhafte steuerliche Sonderbehandlung begründbar.

 

Weiterführende Links:

Energiesteuergesetz (Wikipedia)

Biokraftstoffquotengesetz (im BImSchG - Wikipedia)

Kritische Studie zum deutschen Biokraftstoffbericht 2010 (UFOP, BVP, BdOEl, MoF)

Alternative Text
Quelle: Auferstehung der freien Bauern Russlands e.V.

Haferprinzip

Seit Sesshaftwerdung der Menschen und Bewirtschaftung erster Flächen ist eines klar: Ackerbau benötigt Energie - in welcher Form auch immer. Zunächst wurde diese Energie durch menschliche Arbeitskraft, später durch den Einsatz von Zugtieren und seit der Industrialisierung durch den Einsatz von technischen Geräten bereitgestellt. Bei der Bewirtschaftung durch eigene Arbeitskraft und mithilfe von Zugtieren war es viele Jahrhunderte unumgänglich, dass - nach dem "Haferprinzip" - immer eine bestimmte Fläche für die Versorgung der Menschen und Tiere mit Nahrungs- und Futtermitteln zur Verfügung gestellt wurde. Denn ohne Nahrung und Futter arbeiten weder Mensch noch Tier.

Seit der Technisierung ist diese Verknüpfung augenscheinlich nicht mehr gegeben, denn der Kraftstoff kommt aus "Ölfeldern" tief unter der Erde. Doch auch diese Energie muss zunächst - mit einem hohen technischen und energetischen Aufwand - aufbereitet werden, bis sie schließlich für den Einsatz in landwirtschaftlichen Maschinen vor Ort zur Verfügung steht. Umgerechnet auf die oberirdisch erzeugte Energie nach dem "Haferprinzip" ist dies jedoch ein Vielfaches mehr und zudem gekoppelt an globale Wirtschaftskreisläufe, auf die der Landwirt keinerlei Einfluss besitzt. 

Mit dem Projekt agrarANTRIEB soll deshalb wieder ein regionaler Bezug der benötigten Energie zur Bewirtschaftung der Felder hergestellt werden und damit ein hohes Maß an Versorgungssicherheit - losgelöst von Weltmärkten - gewährleistet werden.

EU
Quelle: pixelio, farblos

EU-Biokraftstoffpolitik

Innerhalb der Europäischen Union sind viele Rahmenbedingungen für die Biokraftstoffnutzung in EU-Richtlinien geregelt. Solche EU-Richtlinien werden in Brüssel beschlossen und sind für alle EU-Mitgliedsstaaten bindend. Sie müssen in der Regel innerhalb bestimmter Fristen von den Mitgliedsstaaten in nationales Recht umgesetzt werden.

Die Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen ist in der Richtline 2009/28/EG (sog. Nachhaltigkeitsrichtlinie) geregelt. In dieser Richtlinie sind die verfolgten Ziele beschrieben und es werden in den Artikeln die Definitionen, Rechenverfahren und Maßnahmen festgelegt, mit denen diese Zielsetzung erreicht werden soll. Im Anhang V dieser Richtlinie sind z.B. die Default-Werte der CO2-Einsparpotentiale heutiger Biokraftstoffe festgelegt. So ist z.B. der Wert von 57 % CO2-Einsparung für Rapsölkraftstoff beschrieben. Zum Zeitpunkt der Festlegung der Richtlinie wurde der sogenannte iLUC-Faktor, von dem maßgeblicher Einfluss auf die CO2-Einsaprung von Biokraftstoffen erwartet wird, noch diskutiert. Bis heute konnte sich die Politik noch auf keine Regelung zum iLUC-Faktor einigen.

Für die praktische Umsetzung der Richtlinie wurde das EU-Projekt biograce ins Leben gerufen (Biograce-Flyer deutsch). In diesem Projekt wurden die Quelldaten und Rechenverfahren zur CO2-Einsparung verfeinert und weiter standardisiert.

Weitere Regelungen zur Markteinführung, zur Nachhaltigkeit und zu Kraftstoffqualitäten enthält die EU-Richtlinie 2009/30/EG (Biokraftstoffrichtlinie). In dieser Richtlinie sind die mittelfristigen %-Ziele der Biokraftstoffeinführung innerhalb der EU verankert. Um die Nachhaltigkeit sicherzustellen, besteht ein enger inhaltlicher Bezug zur Nachhaltigkeitsrichtlinie (2009/28/EG). Die Richtlinie beinhaltet weiterhin Regelungen zu der veränderten Kraftstoffqualität (und Normungsfragen) im Europäischen Raum, die bereits durch die Beimischung geringer Mengen Bioethanol und Biodiesel verursacht wird. Auch die Verbraucherinformation über Änderungen der Kraftstoffbeschaffenheit und -qualität ist hier geregelt.

Die Energiesteuerrichtlinie (2003/96/EG) regelt die Mindeststeuersätze auf alle Energieerzeugnisse für den europäischen Binnenmarkt. Eine Reform dieser Richtlinie ist derzeit in Arbeit (Vorschlag 2011). Da EU-Richtlinien von den EU-Mitgliedsstaaten einstimmig beschlossen werden müssen, dürfte bis zum Beschluss noch etwas Zeit vergehen. Zukünftig anders geregelt werden soll u.a. die Bezugsgröße der Besteuerung (z.B. Energieinhalt statt Volumen).Weiterhin sollen Ausnahmeregelungen (wie z.B. Heizöl etc.) reduziert werden. Auch Art und Höhe der Besteuerung von fossilen und nachwachsenden Energieträgern soll harmonisiert werden - möglicherweise unter Berücksichtigung einer angemessenen CO2-Steuer, die klimaschonendere Energievarianten besserstellen soll. (Links zur entsprechenden Diskussion in Brüssel finden Sie hier und hier).

Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) hat sich bereits 2008 mit einer Stellungnahme in die Biokraftstoffdiskussion eingeschaltet, langfristige und nachhaltige Märkte gefordert und kurzsichtige %-Ziele ohne Nachhaltigkeitskonzept kritisiert. Insbesondere die Kapitel 5.15 ff zeigen auf, dass das Netzwerkthema auch in Gremien der EU verstanden und gefordert wird.

Weiterführende Links:

European Biofuels Technology Platform (EBTP)

Europäischer Strategieplan für Energietechnologie (SET-Plan)

FRP-7-Projekt 2ndVegOil

 

Bildquelle: pixelio, Gerd Altmann
Quelle: pixelio, Gerd Altmann

Weltweiter Markt

Jede Form der Landwirtschaft weltweit braucht Energie - und damit Fläche - für den eigenen Betrieb.

Im Gegensatz zu den Industriestaaten besitzen Entwicklungsländer jedoch kaum Zugang zu fossilen Energien. Häufig ist deren Landwirtschaft geprägt durch kleinbäuerliche Strukturen, ein hohes Maß an Handarbeit und nur wenig technische Unterstützung.

Das Konzept agrarANTRIEB bietet gerade Entwicklungsstaaten die Chance, ihre Lebensbedingungen zu verbessern und einen Zugang zur Energieversorgung zu erlangen. Denn Ölpflanzen sind so vielfältig wie die Menschheit selbst. Manche Ölfrüchte, wie beispielsweise Jatropha, lassen sich sogar auf ärmsten Böden kultivieren und tragen auch in Trockenperioden stark ölhaltige Früchte. Durch eine dezentrale Erzeugung und Verarbeitung in vereinfachten mechanischen Schritten könnte so in Entwicklungsländern Pflanzenöl gewonnen und zu unterschiedlichen Zwecken verwendet werden (im Pflanzenölkocher, als Kraftstoff für die regionale Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen, zur Stromerzeugung etc.). Ziel des Projektes ist aber nicht die Produktion von Rohstoffen für eine immer stärker werdende Nachfrage aus den Industriestaaten, sondern vielmehr eine Stärkung der regionalen Versorgungssicherheit und dementsprechend eine Unabhängigkeit von fossilen Ressourcen.

Mit knapper werdenden fossilen Rohstoffen und Anstieg der Weltbevölkerung wird dieser Projektansatz immer mehr Bedeutung erlangen. Die Ausweitung landwirtschaftlich nutzbarer Flächen ist sehr begrenzt, die Möglichkeiten, durch einfache Technik die Lebens- und Versorgungsbedingungen der Entwicklungsländer zu verbessern dagegen immens. Darin liegt die Verantwortung der Industriestaaten, solche Techniken zu entwickeln und dadurch Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten. agrarANTRIEB will hierzu einen Beitrag leisten und Forschungs- und Entwicklungsprojekte anschieben.

Weiterführende Links:

Schutz des Waldnaturerbes

Kohlenstoff-Speicher Wälder/Grasland/Ackerland

Alternative Text
Quelle: UFOP

Nachhaltigkeit / iLUC

Eine wichtige Erkenntnis in der Biokraftstoffdiskussion der letzten Jahre ist, dass es nicht nur auf die produzierte Menge ankommt. Es kommt vielmehr auch darauf an, dass diese Menge auch unter ökologischen Gesichtspunkten nachhaltig angebaut werden kann.

Aus diesem Grund hat die Europäische Union neben rein quantitativen Zielen für Biokraftstoffe auch Nachhaltigkeitsziele, insbesondere im Zusammenhang mit der gewünschten CO2-Einsparung, aufgestellt. Es soll verhindert werden, dass durch die Nebenwirkungen von Biokraftstoffanbau und -produktion die Vorteile wieder aufgehoben werden. Ein wesentlicher Aspekt sind dabei die benötigten landwirtschaftlichen Flächen: Will man einen nennenswerten Anteil des weltweiten Kraftstoffbedarfs durch nachwachsende Kraftstoffe ersetzen, werden weltweit große Anbauflächen benötigt. Vor dem Hintergrund der wachsenden Weltbevölkerung mit wachsendem Bedarf an Nahrungsmitteln, Rohstoffen und Energie ist das eine enorme Herausforderung. Für die Kraftstoffproduktion kommen daher zwei Flächennutzungskonzepte in Betracht (siehe Grafik UFOP):

  • Direkte Landnutzungsänderung: hier werden für den Biokraftstoffanbau Flächen genutzt, auf denen bisher keine Landwirtschaft stattgefunden hat (Torfmoor, Wald, Regenwald, Brachland, …). Die ökologischen Nebeneffekte sind hier oft so groß, dass diese Art der Landumnutzung politisch abgelehnt wird. So ist beispielsweise der CO2-Ausstoß bei der Umwandlung von Waldfläche zu Ackerland oftmals so groß, dass er auch durch langjährige CO2-Einsparungen durch Biokraftstoffnutzung kaum mehr wettgemacht werden kann. Die EU hat Regelungen innerhalb der Nachhaltigkeitsrichtlinie geschaffen, die solche Effekte verhindern sollen. Biokraftstoffe, die auf solchen Flächen angebaut werden, sind in der EU nicht anerkannt. Es gibt weltweit auch Flächen, durch deren Umnutzung insbesondere in extensiven Biokraftstoffanbaukonzepten keine oder kaum ökologische Nachteile entstehen. Aber solche Konzepte werden für den globalen Biokraftstoffhandel in großem Stil vor allem aus ökonomischen Gründen (geringe Ertragserwartung / Kosten-Nutzen-Berechnung) nicht ernsthaft verfolgt.
  • Indirekte Landnutzungsänderung (iLUC): dieser Effekt entsteht, wenn Biokraftstoffe auf bereits in Nutzung befindlichen Ackerflächen angebaut werden, auf denen vorher Nahrungsmittel angebaut wurden. Diese Form der Biokraftstoffproduktion ist zwar erlaubt, steht aber in der Kritik. Entweder werden damit dem weltweiten Nahrungsmittelanbau Flächen weggenommen, die er dringend benötigt, oder der Nahrungsmittelanbau weicht aus auf bisher nicht genutzte Flächen (siehe oben). Da an den Nahrungsmittelanbau keine gleichwertigen Nachhaltigkeitsanforderungen gestellt werden wie an den Biokraftstoffanbau ist das zwar erst mal erlaubt – führt aber zu den gleichen ungewünschten Nebenwirkungen wie die direkte Landnutzungsänderung. Die EU diskutiert seit Jahren einen sogenannten iLUC-Faktor als Ergänzung der CO2-Bilanz von Biokraftstoffen. Neben dem CO2-Ausstoss für Anbau, Verarbeitung und Transport von Biokraftstoffen soll ein zusätzlicher CO2-Faktor für die Landnutzungsänderung eingeführt werden. Da es sich um einen indirekten Effekt handelt wird die Diskussion im Kreis der Wissenschaft, Lobbyisten und Politik sehr kontrovers – und bis heute (2012) ergebnislos geführt.

Der iLUC-Faktor hängt aus o.g. Gründen wie ein Damoklesschwert über der gesamten Branche und hemmt die Entwicklungen in allen Bereichen. Im Gegensatz zu allen anderen Biokraftstoff-Nutzungskonzepten hat das  agrarANTRIEB-Konzept in der iLUC-Frage einen zentralen Vorteil: es nutzt als Nischenmarkt systembedingt nur einen kleinen Teil der landwirtschaftlichen Fläche und es sichert und steigert langfristig und nachhaltig die landwirtschaftliche Nahrungsmittel- und Rohstoffproduktion. Wie? Indem es der Landwirtschaft weltweit eigene regionale Antriebsenergie zur Verfügung stellt – was in vielen Ländern der Welt keine Selbstverständlichkeit ist!

 

Weiterführende Links:

iLUC-Artikel der UFOP (D. Bockey, 2/2012)

EU-Komission uneinig über Biokraftstoff-Kriterien (www.eu-koordination.de - 02.02.2012)

Biodiesels pollute more than crude oil, leaked data show (www.euractiv.com, 27.01.2012)

Assessing grandfathering options under an EU ILUC policy (www.transportenvironment.org, 29.03.2012)

Biokraftstoffe im Umweltcheck (Renews-Kompakt, 13.03.2012)

Bildquelle: pixelio, Tony Hegewald
Quelle: pixelio, Tony Hegewald

 

FAQ / Häufig gestellte Fragen

Biokraftstoffe, Biodiesel, Pflanzenölkraftstoff.... ist das nicht alles das gleiche?
Pflanzenölkraftstoff ist der ursprünglichste aller Biokraftstoff-Arten und wird durch ganz einfache Verfahrensschritte (Pressung, Filtration) erzeugt. Das ist der große Vorteil an diesem regional erzeugten Produkt, denn der Pflanzenölkraftstoff ist in dezentralen Anlagen herstellbar, wodurch die Wertschöpfung in der Region verbleibt. Landwirte können so den Kraftstoff, den sie zur Bewirtschaftung ihrer Felder benötigen, selbst erzeugen.

 

Nach einer weiteren Bearbeitungsstufe, der Veresterung, kann man aus Pflanzenöl und Methanol „Biodiesel“ bzw. Rapsölmethylester (RME) herstellen. Dafür ist allerdings zusätzlicher energetischer Aufwand erforderlich und die Treibhausgas-Minderung fällt daher geringer aus (38%) als vergleichsweise bei Pflanzenölkraftstoff (57%). Allerdings ist dieses Produkt auch aus heimisch erzeugtem Rapsöl herstellbar und kann somit zur Erhöhung der regionalen Wertschöpfung beitragen.

Reichen die Flächen national, international für eine Kehrtwende in der Mobilität aus?
Natürlich reichen die landwirtschaftlichen Flächen weder national noch international aus, um mit Biokraftstoffen das Problem der zukünftigen Mobilität zu lösen. Die Idee des Projektes bezieht sich lediglich auf einen Nischenmarkt, der ohne Flächenkonkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion sofort auf Pflanzenölbetrieb umgestellt werden könnte. Das Projekt agrarANTRIEB kann nicht die globalen Probleme der Weltbevölkerung lösen, aber sowohl national als auch international eine regionale Lösung für die Versorgungssicherheit der landwirtschaftlichen Produktion und damit für die Ernährung der Menschen darstellen. Das Projekt ist sowohl in Deutschland als auch in Entwicklungsländern sozial, ökologisch und ökonomisch tragfähig, da es nach dem Haferprinzip funktioniert – denn auch das Zugtier benötigt zur Bestellung der Felder Futter, das der Landwirt dafür bereitstellen muss.
Wieviel Fläche ist erforderlich, um 100% des landwirtschaftlichen Kraftstoffs deutschlandweit zu ersetzen?
Je nach Betrachtungsweise zwischen 3 und 10% der heutigen bestehenden Ackerfläche. Die Produktion von regional erzeugtem, nachhaltigem Pflanzenölkraftstoff ist per se ein Nebenprodukt aus der Versorgung der heimischen Landwirtschaft mit wertvollen Eiweiß-Futtermitteln. Denn beim Pressvorgang der Rapssaat z.B. entstehen als Hauptprodukt 2/3 Ölkuchen, der als regionales Futtermittel den importierten Sojaschrot ersetzt und 1/3 Rapsöl, das durch einfache mechanische Schritte gefiltert wird, und so für den Schleppermotor tauglich gemacht wird. Nach dieser Betrachtungsweise sind ca. 3-4% der landwirtschaftlichen Fläche Deutschlands erforderlich, um 100% des landwirtschaftlich genutzten Dieselkraftstoffs zu ersetzen. Würde man die Produktion von Eiweiß-Futtermitteln unberücksichtigt lassen, käme man auf ein Flächenpotential von ca. 10% der gesamten Landwirtschaftsfläche im Bundesgebiet. Die Werte beziehen sich auf eine kalkulierte Menge von 2 Mio t Rapsöl/a (bei 4t Raps/ha und 1/3 Ölertrag) und decken sich mit dem kalkulierten Agrardieselverbrauch in Höhe von 2 Mio t/a deutschlandweit.
Wie stellen wir sicher, dass der Pflanzenölkraftstoff im Projekt agrarANTRIEB nur in der Landwirtschaft genutzt wird?
Der landwirtschaftliche Bereich ist der einzige Nutzungsbereich von Biokraftstoffen, der einer steuerlichen Sonderregelung unterliegt und auch unterliegen muss. Denn der Landwirt nutzt mit dem dezentral erzeugten Kraftstoff ja nur seine eigenen, auf seiner Fläche erzeugten Produkte. Alle anderen Nutzungsarten sind aktuell mit einem verminderten Steuersatz und ab 2013 mit einem vollen Regelsteuersatz in Höhe von 47 Eurocent pro Liter Mineralölsteuer versehen.
Wie stellen wir die Biodiversität sicher? Gefährdet der Rapsanbau die Biodiversität?

Viele befürchten durch den vermehrten Anbau von Raps negative Auswirkungen auf die Biodiversität. Doch dazu lässt sich einerseits seine Selbstunverträglichkeit aufführen, denn Raps kann nur alle 4 Jahre auf den gleichen Flächen angebaut werden. Von Monokultur kann also nicht die Rede sein. Andererseits besitzt Raps einen hohen Vorfruchtwert und lockert durch sein tiefes Wurzelwerk den Boden. Deshalb ist Raps in Fruchtfolgen mit flachwurzelnden Kulturfrüchten (wie Getreide und Mais) sinnvoll und oft auch notwendig. Daneben darf man auch seine positiven Eigenschaften als Blühpflanze und Bienenweide nicht außer Acht lassen.

Doch das Konzept agrarANTRIEB ist ebenso auf den ökologischen Landbau übertragbar. So finden beispielsweise bereits Versuche statt, die belegen, dass beim Mischfruchtanbau in ökologischer Landwirtschaft – sofern Ölsaaten in 100% der Anbauflächen eingebracht werden – die gleiche Ölmenge wie im konventionellen Nutzungskonzept mit Rapsanbau auf 10% der landwirtschaftlichen Anbaufläche realisierbar wäre. Das Konzept ist also in jedem Fall stimmig und für beide Bewirtschaftungssysteme interessant.

Teller oder Tank? Verhungern die Menschen in der Dritten Welt, nur damit wir mobil sind?

Mit dem Konzept agrarANTRIEB versuchen wir gerade diese Diskussion zu entschärfen. Der Ideenansatz funktioniert in den Ländern der Dritten Welt ebenso wie in hochindustrialisierten Staaten. Denn Ölpflanzen sind so vielfältig wie die Menschheit selbst. Durch dezentralen Anbau und Verarbeitung in einfachen mechanischen Stufen kann auch in Entwicklungsländern Pflanzenöl produziert und zu unterschiedlichen Zwecken genutzt werden (zur Ernährung, als Kraftstoff für die regionale Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen, zur Stromerzeugung etc.). Ziel des Projektes ist in erster Linie eine Stärkung der regionalen Versorgungssicherheit und eine größere Unabhängigkeit von fossilen Ressourcen.

Wir schließen aus, dass landwirtschaftlich erzeugte Biokraftstoffe den Kraftstoffbedarf auf heutigem Niveau auch nur ansatzweise decken können, ohne die Nahrungsmittelproduktion einzuschränken.

Ist die Nutzung in landwirtschaftlichen Maschinen technisch realisierbar?

Die Nutzung von Pflanzenölkraftstoffen ist technisch ohne Probleme realisierbar. Dies belegen u.a. Untersuchungsergebnisse des EU-Projektes 2ndVegOil, das nach 3,5-jähriger Versuchsdauer eindeutig die Realisierbarkeit der Pflanzenölanwendung bestätigt. Leider ist derzeit aufgrund politischer Rahmenbedingungen die Nachfrage nach dieser herstellerbasierten Technik zu gering und so kommt der Markt nur schwer in Gang.

Wie erkenne ich, ob ein Traktor sicher mit Pflanzenöl betrieben werden kann?

Die höchste Sicherheit bietet ein direkt vom Hersteller angebotenes Pflanzenölsystem. Verschiedene Hersteller (John Deere, Deutz-Fahr, Fendt) haben bereits serienreife Motoren entwickelt, die auf Nachfrage warten, bzw. entwickeln aktuell an dieser Technik.

Ebenso ist eine Freigabe vom Hersteller ein Hinweis auf eine seriöse Pflanzenöltechnik. Vorsichtig sein sollte man bei Umrüstsystemen, da es außer der Selbstauskunft der Umrüstfirmen keine objektiven Qualitätskriterien gibt.

Pflanzenöl-Beimischung bei unveränderten Motoren sind ebenfalls kritisch zu sehen. Hierzu gibt es keine verlässlichen und ausreichend breit angelegten Untersuchungsergebnisse.

Sind die Abgase von Pflanzenölkraftstoffen karzinogen?

In Motoren, die speziell auf die Nutzung von Pflanzenölkraftstoff adaptiert sind, gibt es keine krebserregenden Emissionen. Kritisch zu sehen sind Beimischungen von Pflanzenöl in serienmäßigen Dieselmotoren, da die Verbrennung unvollständig ist und sich aus den Abgasen gesundheitlich kritische Stoffe entwickeln können.

Welche Kosten entstehen den Landwirten bei der Umsetzung des Projektes?

Die einzigen Kosten, die dem Landwirt entstehen, sind bedingt durch die Anschaffung eines pflanzenöltauglichen Schleppers. Der Kraftstoff selbst ist kostengünstiger als Dieselkraftstoff, da der Landwirt die Mineralölsteuer rückerstattet bekommt. Die Produktionskosten des Pflanzenölkraftstoffs setzen sich aus Anbau, Ernte, Lohnpressen und Transport von/zur Ölmühle zusammen und sind relativ konstant.

Auch in der Produktion weiterer agrarischer Erzeugnisse kann der Landwirt durch die Nutzung eigens erzeugten Kraftstoffs Kosten sparen und somit die Anschaffungskosten des Pflanzenölschleppers amortisieren.

 

Wie bringen wir die Landwirte dazu, auf nachhaltige Energiekonzepte umzusteigen?

Um die Landwirte davon zu überzeugen, auf nachhaltige Energiekonzepte umzusteigen, muss die Nutzung von Pflanzenölkraftstoff – langfristig - wirtschaftlich interessant sein. Dies muss zum einen durch langfristige politische Rahmenbedingungen gewährleistet werden, zum anderen durch eine gesicherte, herstellerbasierte Pflanzenöltechnik.

 

Beeinflusst die Nutzung von Pflanzenölkraftstoff die Rodung von Regenwäldern?

Im Gegenteil - die Nutzung heimischen Pflanzenölkraftstoffs schützt die Regenwälder. Wenn der Landwirt regional erzeugtes Pflanzenöl tankt, fällt als Koppelprodukt Presskuchen an. Durch diese gekoppelte Eiweiß-Futtermittel-Produktion in Höhe von ca. 4 Mio. t Rapskuchen reduziert sich der Flächenbedarf für den Soja-Anbau um diese Menge. Zudem darf man nicht außer Acht lassen, dass Rapskuchen aus Deutschland gentechnisch veränderten Import-Soja ersetzt.

Schadet Pflanzenölkraftstoff dem Klima? Welche THG-Werte hat Pflanzenöl bzw. wie sieht es mit dem iLUC-Faktor aus?

Pflanzenölkraftstoff reduziert die THG-Werte um 57% (Standard Default Wert der EU-Richtline 2009_28_EC). Da es sich bei regional erzeugtem Pflanzenöl für die Nutzung in Schleppern um ein Produkt ähnlich dem Haferprinzip handelt, ist die Diskussion eines iLUC-Faktors nicht relevant. Wer würde die Fläche, die ein Pferd oder ein Ochse zur Futtermittel-Versorgung benötigt, um die Feldbestellung zu gewährleisten, mit einem iLUC-Faktor belegen?

 

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